Erste Eindrücke von Malawi

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This entry is part 1 of 5 in the series Afrikanische Eindrücke – Malawi

Auf nach Malawi

Montag, 4.3.13
Wir kommen pünktlich knapp 4 Stunden vor dem Abflug nach Johannesburg (Tswane) in Frankfurt an. Auf dem Flughafen haben sich gerade Flughafengegner versammelt, die nach der Melodie von „We shall not be moved“ – „Fraport – die Landebahn muss weg“ singen und den Wartebereich mehrmals topfschlagend und laut pfeifend durchqueren. Zwar ist die Fluglärmbelästigung für die betroffenen Ortschaften schlimm, doch wir sind nicht schuld an der Misere und fühlen uns daher nicht angesprochen.

Um 20:45 h startet unser supermoderner Airbus in Richtung Johannesburg. An jedem Sitzplatz gibt es einen Bildschirm mit individuellem Fernseh-, Radio- und Spielprogramm. Der Flug ist etwas rumpelig und ich kämpfe mit einer aufkommenden Übelkeit. Zum Glück muss ich nicht zur Tüte greifen. Schlafen kann ich nicht. Zum Fernsehen habe ich keine Lust, also höre ich mir die ganze Nacht Miriam Makeba als Endloskonserve an. Nach dem Frühstück reißt die Wolkendecke auf. Tswane kommt in Sicht. Ein wunderschöner Anblick. Welcome to Johannesburg, South Africa.

Ankunft in Lilongwe

Dienstag, 5.3.13
Wir haben etwa 90 Minuten Zeit zum Umsteigen. Sicher wird die Zahl der Passagiere mit Reiseziel Malawi überschaubar sein, so dass die Zeit für den Transfer ausreichen wird. Aber Pustekuchen: Der Flughafen Johannesburg ist Drehkreuz für ganz Afrika. Hier stehen für alle Durchreisenden nur zwei Schalter zur Verfügung, an denen die Transfervisa ausgestellt werden. Wir schätzen, dass ca. 300 Leute in der Schlange vor uns stehen, was uns etwas beunruhigt.

Schließlich werden die Passagiere für den jeweils nächsten Abflug aus der Schlange herausgefischt, wir erhalten unsere Stempel und rennen zum Gate des Malawifluges. Weiter geht es in einem kleineren Flugzeug. Noch liegen fast drei Stunden Flug vor uns. Wir bekommen ein ganz anständiges Mittagessen und können etwas schlafen, bevor wir in Lilongwe landen.
Bereits vor dem Einreiseschalter erwartet uns ein Vertreter des afrikanischen Partners von Meiers Weltreisen. Der junge Mann bittet um unsere Pässe, geht mit uns an der langen Schlange vorbei und wir passieren die Abfertigung als wären wir Diplomaten. Wir werden nun unserem künftigen Fahrer Isaac vorgestellt. Sein Kollege holt nur noch das dritte Mitglied unserer Reisegruppe – Claudia – eine vorzeitig pensionierte Grundschullehrerin aus Dortmund – ab, und auf geht es ins afrikanische Abenteuer.

Mit Claudia verbindet uns die Liebe zu Afrika. Sie reist seit 1980 mehrmals im Jahr für zwei Wochen nach Afrika und fühlt sich dort zu Hause – ebenso wie ich. Wir beschließen, uns zu duzen. Auf die Klimaanlage in unserem Kleinbus verzichten wir und einigen uns zur Freude unseres Fahrers auf Fensterlüftung. Unterwegs zur ersten Unterkunft sehen wir am Straßenrand rot und gelb blühende Akazien. Es ist sommerlich warm. Wir sind begeistert. Wir bleiben im Randgebiet von Lilongwe. Angeblich gibt es in der Hauptstadt nichts Sehenswertes. Endlich erreichen wir eine kleinere Lodge im Diplomatenviertel. Die Anlage heißt „13. Breitengrad“ und ist äußerst luxuriös. Unser Apartment besteht aus einem riesigen Raum, der in mehrere Ebenen unterteilt ist. Alles ist schwarz/weiß gehalten, was für einen Tag beeindruckt, aber bei mehrtägigem Aufenthalt wohl doch aufs Gemüt gehen würde. Zu ebener Erde gibt es einen kleinen Wohnbereich: einen Tisch aus Naturstein nebst weißer Eckcouch und schwarz gefliestem Fußboden. Von dort gelangt man über ein paar Stufen in den Schlafbereich mit riesigem Doppelbett, das unter einem Moskitonetz platziert ist und dessen verlängertes Kopfteil die Abtrennung zum Schicki-Micki-Bad bildet. Blickfang des Bades ist eine in den Boden eingelassene weiße Wanne mit einer schwarzbraunen Umrandung, auf welcher blütenweiße Handtücher arrangiert sind. Dann gibt es noch ein großes Waschbecken mit Spiegel, dazu seitlich angeordnet noch einen Ganzkörperspiegel und hinten rechts und links Schränke für die Sachen. Zwischen den Schränken befindet sich ein türloser Durchgang zur Toilette (links) und zur Dusche (rechts). Den Wohn-/Schlafbereich ziert ein riesiger Flachbildschirm. An einer Wand hängt ein großes Schwarzweißposter eines international bekannten Fotografen. Der Garten der Lodge ist eher klein.

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Nachdem wir von der afrikanischen Reiseleitung begrüßt worden waren, unternimmt Bille einen Spaziergang durchs Diplomatenviertel, während wir älteren Damen es uns im Garten bequem machen. Um 19 h ist es stockfinster. Das dreigängige Abendessen ist fürstlich. Sibylle mault, weil die wenigen anderen Gäste und auch das Personal piekfein angezogen sind und ich sie genötigt hatte, feine Sachen zu Hause zu lassen, da wir die meiste Zeit im Busch verbringen werden. Wir gehen früh zu Bett, der lange Flug sitzt uns noch in den Knochen und morgen müssen wir früh aufstehen.

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